Die hohe Lebensqualität, die soziale Sicherheit, der Arbeitsfrieden, der soziale Frieden, die Kriminalitätsrate, Arbeitslosenziffern und Sozialhilfequoten tragen bei zu den Rahmenbedingungen für eine prosperierende Volkswirtschaft.
Diese verdankt die Schweiz auch unserem System der sozialen Sicherung. Es ist eine ständige Aufgabe der Verantwortungsträger bei Gemeinden, Kantonen und Bund, immer wieder anzupassen und zu optimieren, soziodemographische Veränderungen zu integrieren, schlechte Anreize zu korrigieren und Schlupflöcher zu stopfen, wo die Hilfssysteme unterwandert werden. Der Sozialstaat ist nicht für alle Zeiten gebaut, sondern hat stets Reformbedarf. Er wird durch den gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Wandel immer wieder herausgefordert und muss sich anpassen, um die Wirksamkeit seiner Instrumente zu garantieren.
Sozialpolitik soll nicht nur ein Sicherheitsnetz bieten, sondern frühzeitig und immer wieder durch das Leben dem Unterstützung Suchenden als Sprungbrett dienen in ein möglichst eigenständig bewältigtes, selbstgewähltes Leben. Herausforderung eines starken Sozialstaates Schweiz ist, die Schwächeren möglichst gut zu schützen, ohne dem Stärkeren die Anreize zu Arbeit und selbständiger Lebensbewältigung zu nehmen.
In unseren komplexen aber geschlossenen Systemen der sozialen Sicherheit werden sorgfältig Defizite abgedeckt und Lücken gestopft, aber keinerlei Perspektiven verfolgt, wie die von diesen Hilfssystemen Abhängigen wirkungsvoll in die Selbständigkeit hinaus zu befördern wären. Diskutiert wird ohne Ende über die Höhe von Transferleistungen und Renten, dabei misst sich die Qualität des Sozialstaats nicht daran, sondern an seiner Integrationskraft. Es ist deshalb eine neue Sichtweise nötig, in der soziale Investition in Prävention und Integration zu den tragenden Säulen werden.
Eine Politik, welche auf Generationengerechtigkeit ausgerichtet ist, sucht die Verteilung materieller Ressourcen einerseits, von Lebenschancen und Lebensqualität anderseits so zu gestalten, dass jede Generation so verantwortungsvoll lebt, dass den nachfolgenden Generationen keine unzumutbaren Lasten aufgebürdet und sie in ihren Entwicklungsmöglichkeiten nicht behindert werden.
Der demographische Wandel hat eine neue Altersgeneration vor der Schwelle zur Hochaltrigkeit hervorgebracht, die mit hohen Kompetenzen, Berufserfahrung und im Vollbesitz der geistigen Kräfte und meist einer guten Gesundheit eine grosse Rolle im Generationengefüge spielt. Das Potenzial des mit der gestiegenen Lebenserwartung einhergehenden Gewinns an Lebenszeit gilt es auszuschöpfen. Heute leben Familienmitglieder oft mit vier Generationen von Angehörigen Es ist die Generationenerfahrung in der Familie und die Gedanken der Generativität, die die Familienmitglieder befähigt und motiviert, auch ausserhalb sich zu engagieren. Dieses Potenzial ist zu nutzen und bildet den Erfolgsfaktor für eine wirksame Generationenpolitik.
Heute kennen Kinder nicht nur ihre Grosseltern sondern auch ihre Urgrosseltern. Die Familie ist die wichtigste Trägerin von früher Bildung und verschiedenster Kompetenzen. Hier wird Sozialkapital gebildet und werden Werte vermittelt – sie ist der beste Entwicklungsort für das glückliche Zusammenleben unter den Generationen. Das ist ein neuer Motor für die Stärkung der Familie.
Die Vereinbarkeit von Familienarbeit und Beruf, die Stärkung schwacher Familien und die Motivierung zur Freiwilligenarbeit fördern die vorhandenen Beziehungen zwischen den Generationen in der Familie und auch ausserfamiliär. Das dient dem gegenseitigen Verständnis, dem gesellschaftlichen Zusammenhalt und der Solidarität.
Daraus ergibt sich die folgende Sozialpolitische Agenda
Christliche Werte. Menschliche Politik. EVP